¡Venga! Barcelona Halbmarathon – oder wie der Katalane sagt: „Mitja Marató“

22 Feb

Kaum eine Stadt Europas zieht ihre Besucher so sehr in den Bann wie die pulsierende Metropole in Katalonien: die ewige Baustelle „La Sagrada Familia“, der bunte Park Güell vom Architekten Gaudi, ausgedehnte Fußgängerzonen und Entspannung am Strand. In der Olympia-Stadt von 1992 bietet sich sicherlich eine einzigartige Atmosphäre.

11. Februar 2018: Für Chrissi war es der etwas andere Saison-Start, als bei uns in Deutschland noch der Winter regierte mit Minus-Temperaturen und das Lauf-Wetter in Barcelona dagegen genial war für diese Jahreszeit: strahlender Sonnenschein mit 12°C und das schon um 9 Uhr morgens.

Mit der glatten und fast letzten Startnummer 16000 ging es an den Start und als das Signal ertönte, machten sich gut 16.500 Läufer auf die 21,0975 km lange Strecke. Der sehr flache Kurs verlief rund um das Stadtzentrum mit Blick auf ein paar Sehenswürdigkeiten – Sightseeing eben mal anders:

Los ging es an der grünen Stadt-Oase Parc de la Ciutadella, in der Nähe des Arc de Triomf. Von dort führte die Strecke zunächst an der Columbus-Säule vorbei und die Avinguda del Paral·lel entlang Richtung Plaza España. „Da ich möglichst dem großen Menschen-Knäul entgehen wollte, habe ich mich beim Start ein paar Meter hinter den 1:25-Paceläufern einsortiert, auch wenn ich 1:30 geplant hatte. Eine goldrichtige Entscheidung. Zwar gab es die ersten 1000 m das erwartete Gedränge und mit 4:32 min verlor ich ein paar Sekunden aber ab dann war durchgehend unbehindertes Laufen möglich, dank sehr breiter Straßen.“ Es ging entlang am berühmten Eixample, ein Stadtteil, der für seine quadratischen Häuserblocks und vielen Modernisme-Bauten bekannt ist und zu einem der am dichtesten besiedelten Flächen in Europa zählt. „Kilometer 5 hatte ich nach 20:51 min erreicht und die Beine waren äußerst locker. Unweit vom Plaça Catalunya zogen wir wieder seitlich am Arc de Triomf vorbei und anschließend konnte man hin und wieder einen Blick auf den Torre Agbar erhaschen, einem der markantesten Gebäude Barcelonas. Nach 41:14 min war ich bei Kilometer 10 angekommen und das Laufen machte viel Spaß. Zum einen ist das dem flachen Kurs zuzuschreiben. Zum anderen trugen die vielen Zuschauer mit ihren beherzten ¡Venga, Venga! Rufen, ein paar Rockbands sowie Trommlergruppen bestens zur Motivation bei.“ Dann passierte das Rennen das Fòrum und ein kleines Stück ging es die Diagonal entlang, die zu den bedeutendsten Straßen Barcelonas gehört, da sie die gesamte Stadt durchquert. Ab Kilometer 17, also dann, wenn der Halbmarathon üblicherweise anfängt, richtig weh zu tun, kam der schönste Abschnitt des Kurses parallel zum Strand und zum Port Olímpic. „Der Blick auf das Meer und die Sonne am Horizont ließen die Schmerzen gar nicht erst aufkommen. Beim Durchqueren des Olympischen Dorfs, an den 154 m hohen Mapfre Türmen vorbei, musste ich kurz an die Weltklasse-Athleten denken, die während der olympischen Spiele hier untergebracht waren. So was motiviert noch zusätzlich und Kilometer 20 war nach 1:22:56 erreicht. ¡Venga!“ schoss es mir durch den Kopf, „jetzt kannst du die 1:28 knacken“. Die Zielgerade mit ihren letzten 250 m am Parc de la Ciutadella entlang war umsäumt von Zuschauern und jeder zog seinen Spurt zum Arc de Triomf mit der Ziellinie an. „Mit einer Zeit von 1:27:20 (netto), also einer Pace von 4:09 min (14,5 km/h), war ich schneller als erwartet. Nach langer Stagnation mit Rennzeiten war das zugegeben meine beste Leistung seit der Challenge Roth 2015. Danke an meine spanische Familia für die Unterstützung am Wochenende! Beim Halbmarathon in Würzburg (im Mai) könnte eine 1:26er Zeit drin sein, um mein Saison-Ziel zu erreichen.“

Im Elite-Rennen liefert der ½ BCN immer wieder spitzensportliche Höhepunkte: Während bei den Frauen in den vergangenen Jahren gleich zweimal ein Weltrekord gefallen war, gab es dieses Jahr bei den Männern zum ersten Mal beim Rennen in Barcelona eine Zeit unter einer Stunde, als der Äthiopier Mule Wasihun mit 59:44 min einen neuen Streckenrekord aufstellte. Dahinter folgte der aufstrebende Schweizer Julien Wanders auf Platz 2, der mit 60:09 min einen neuen Schweizer Rekord ins Ziel brachte. Bester Deutscher wurde mit einer persönlichen Bestzeit von 63:44 min Philipp Pflieger (LG Telis Finanz Regensburg) auf Platz 11.

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