Challenge Heilbronn – Wetterbedingte Änderung zum Duathlon

21 Jul

Bereits einen Tag nach dem erfolgreichen zweiten Platz mit der Mannschaft beim 7,5 km Lauf in Großlangheim ging es für Chrissi nach Heilbronn. Die Müdigkeit in den Muskeln wich schnell der Vorfreude auf die Challenge Half (19. Juni). Doch nicht enden wollender Regen in den Tagen vor der Veranstaltung lies den Pegel des Neckar stark ansteigen. Ein schlammig strömender Fluss mit viel Treibholz und einer zu hohen Bakterienzahl machten es unmöglich dort zu schwimmen. Schweren Herzens entschloss sich der Veranstalter, das Schwimmen abzusagen. Aus dem Triathlon – der auch als deutsche Meisterschaft ausgeschrieben war – wurde ein Duathlon gemacht: 5 km Laufen zu Beginn sollten das Schwimmen ersetzen. Spätestens als sich jeder selbst ein Bild von der Schlammbrühe gemacht hatte, war kaum noch einer böse, das die Challenge nicht im Wasser gestartet wurde. Die Aussage eines Profis auf der Pressekonferenz am Vorabend verdeutlicht das sehr schön: „Lieber einen Duathlon machen als am Montag kotzen!“

E in solcher „Landratten-Triathlon kam mir eigentlich auchhn01 sehr entgegen, nachdem ich mir in der gesamten Vorbereitung nur zwei Schwimmeinheiten gegönnt hatte. Noch entspannter als üblich verbrachte ich den Abend zuerst auf der großen schwäbischen Maultauschen-Party und dann auf der „before race day“-Party mit Live-Band und dem obligatorischen Bier „before Race day“.

Am nächsten Morgen stand die Frage im Raum: „Wie geht man das erste Laufen von 5 km an?“ Mangels Duathlon-Erfahrung bin ich recht zügig angegangen (21:30 min). In der Wechselzone lies ich dieses Mal keine Zeit liegen.

Mit 93 km war das Radfahren etwas länger als die handelsübliche Mitteldistanz und mit 940 Höhenmetern eine echte Herausforderung quer über die Berge, wo das Herz des Württemberger Weinbaus schlägt. Nur 19°C zeigte das Thermometer und v.a. beim bergab Fahren fühlte man einen kühlen Wind – fast zu kühl. Das ständige bergauf Fahren auf der anderen Seite lies den Schweiß wieder kommen und die Oberschenkel brennen. Da ich vorher nur wenig Kilometer auf dem Rad trainieren konnhn02te, wurden die Beine zu schnell schwer. Gerade so hielt ich einen Schnitt von 29 km/h und wurde viele Plätze nach hinten durchgereicht. Dabei ist mir aufgefallen, dass wenn mehrere hundert Radsportler schon vor dir einen Berg hinabgerast sind und an der ein oder anderen steilen Kurve die Bremshebel stark beanspruchen mussten, ein zarter Geruch von geschmolzenem Bremsgummi in der Luft liegt. Nicht entmutigt und mit dem zusätzlichen Joker in den Beinen, dass das Laufen meine Stärke ist, hielt ich es für das Beste, auf den letzten Rad-Kilometern Kraft zu sparen. Und das war die richtige Entscheidung, denn der abschließende Halbmarathon lief gut. In drei Runden führte die Strecke mitten durch die Stadt und zahlreiche Zuschauer machten richtig Stimmung. Nach dem kräftezehrenden Radfahren bin ich mit 1:46 im Halbmarathon und mit meiner Gesamtzeit von 5:28h sehr zufrieden. Alles in Allem war es eine sehr schöne Veranstaltung, auch wenn alles etwas anders gekommen ist als zuvor erwatet. Immerhin durfte trotzdem ganz offiziell mit Andreas Böcherer der neue deutsche Meister auf der Mitteldistanz im Ziel gefeiert werden.

Ein weiteres Highlight der Hungerastler an diesem Wochenende sollte das große Schlauchbootrennen in Schweinfurt werden. Aufgrund der starken Strömung des Mains ist dieses leider komplett abgesagt worden. Bleibt für beide Veranstaltungen also nur zu hoffen, dass im nächsten Jahr Petrus etwas weniger Wasser vom Himmel schickt.

Schreibe einen Kommentar