Etappe 5: Gap -Sisteron

4 Sep

Die Genießeretappe

Das Peleton startete am Morgen oberhalb von Gap in voller Mannschaftsstärke und sollte nach 76 KM auch komplett und heil in Sisteron eintreffen, wobei Anette und Cosi erneut ein Sonderlob für Ausdauer und Durchhaltevermögen verdient haben, ohne die Worte unseres Alterspräsidenten auf dem Gipfel der heutigen Etappe hier komplett wiedergeben zu wollen: „Cosi, Du zähes XXXXXXXX“

Doch zuvor stand auf dem Programm – einmal runter nach Gap, einmal raus aus Gap. Und als dies geschafft war, konnte es losgehen auf einer wunderbar zu fahrenden verkehrsarmen Straße hinauf zum Col Sentinelle auf 980m. Die Landschaft zeigte nun bereits sein mediterranes Gesicht, trockene felsige Hänge von Buschwerk durchzogen, aber weiter begleitet von grünen Wiesen.
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Die Abfahrt nach Valserres auf bestem Asphalt ließ die Abfahrerherzen höher schlagen. Dort gab es das erste Briefing mit den Mannschaftswagen, wobei Margit und Renate dem Tross nicht folgend konnten, denn die Beschaffung von Suppenbrühe gestP1090016altete sich doch recht schwierig. Valserres war zwar ein recht ausgestorbenes Nest, aber ein WC public hatte es. Vorbei an den ersten Weinbergen und Obstplantagen verlief die Strecke etwas wellig bis zum Anstieg auf den Col de Sarraut, der nach eigener Aussage auf seinem Schild die 1200m-Marke exakt erreicht. Irreführend an dieser Stelle wäre es, den am Weg liegenden paP1040955rk de loisir (mit Kartbahn, Paintballarea im Gaza-Stil, Ponyreiten, Standup-Paddling und und und) und das Örtchen Bellaffaire als Grund für die Aussage einer „Genießeretappe“ anzusehen. Der Park hatte scheinbar schon Saisonende, das Örtchen ist sich keiner Schuld bewusst. Nein, Genießeretappe konnte man erneut sagen, weil die Straße sich völlig einsam vorbei an ausgewaschenen Felspyramiden empor schlängelte und uns den Blick auf die hinter uns liegenden Hochalpen immer mehr freigab. Nach knapp 15 KM war die Passhöhe erreicht.
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Alle hatten sich mit Bravour empor gekämpft und von nun an sollte die Belohnung dafür kommen: 35 KM hinab nach Sisteron. Über eine Steilstufe mit Serpentinen ging es hinab in ein weites Tal, in dem wir dem Zielort entgegen rollten – mit Sicherheit ein Highlight unserer Tour. Der Hungerast-Express fuhr nun in Mannschaftszeitformation und konnte auf einer letzten Kurve vor Sisteron die nun exponiert vor ihm liegende Zitadelle bestaunen. Ein Lob den Streckenarchitekten an dieser Stelle!

Da wir heute pünktlich im Zielort eingetroffen waren blieb noch ausreichend Zeit für Müßiggang – also erneut Genuß. Anette und Micha legten sich dabei an die Spitze der Tageswertung was die geleisteten Höhenmeter angeht: Sie erklommen mit Renate, Margit und Horst die 75 Höhenmeter zur Zitadelle und genossen nicht nur den besten Ausblick des Departements, sondern konnten auch das machtvolle Bauwerk des französischen Festungsbaumeisters Vauban besichtigen, dass hoch über der Talengstelle und dem Ort liegt. Der beste Ausblick führte auch dazu, dass Renates Adlerauge im fernen Tal eine Pizzeria erblickte, wo am Abend die ersehnten Kohlenhydrate in Pastaform vertilgt werden konnten, was die Genießeretappe abrundete.

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