Etappe 4: Bourg d’Oisans – Gap

3 Sep

Allez les Bleus!

Stand gestern noch die Farbe Rot im Vordergrund, so möchten wir heute von unserer vierten Etappe unserer Alpentour 2015 von Bourg d’Oisans nach Gap berichten unter dem Motto: vorwärts ihr Blauen!!!
Blau steht in diesem Fall natürlich nicht für die französischen Fussballer, auch nicht für unsere geistige Verfassung, sondern für unsere wieder frisch strahlenden blauen Trikots, die wir in unserer vorzüglichen gite waschen konnten, so dass fast alle nach einem tollen Abendessen und einer guten Nacht ebenso frisch und eben in Blau am Start waren!
Blau steht aber auch für die vereinzelten blauen Flecken am Himmel, die bereits um 8 Uhr zu sehen waren – kaum zu glauben, nachdem es gestern noch wolkenbruchartig geregnet hat.
So konnte sich immer mehr die Sonne durchsetzen: beste Voraussetzungen also für einen neuen Tourentag gemäß dem Motto: vorwärts.
Mit 8 von 9 Radlern am Start ging es los, eine harte Etappe wartete: knapp 100 km, 2 Pässe und eine Route Nationale. Zu allem Überfluss drohte auch noch vor dem Start unsere geniale Versorgungskette um Margit, Renate und Horst zusammenzubrechen: Kühlwasser fehlte an einem der Autos. Zum Glück aber konnte in einer der wenigen Werkstätten im Tal Nachschub besorgt werden, es ging los!
Der erste Pass (Col d’Ornon) wartete bereits nach 3 Kilometern, war aber insgesamt moderat und somit perfekt um warm zu werden. Geradezu heiß war zu diesem Zeitpunkt bereits ein holländisches Nachwuchsteam, die an uns vorbeiflogen und bereits in der Abfahrt waren, während die letzten von uns noch mit den Höhenmetern kämpften, was natürlich unser Misstrauen weckte, konnte so eine Leistung ohne Pillchen möglich sein?!

P1080885

Am Col wurden wir mit Sonne und Baguette empfangen, nun wartete die erste Abfahrt. Paul muss sich bei dem nun aufkommenden Gegenwind fast wie in Hamburg gefühlt haben, eine steife Prise wehte uns bis Entraigues, dem Talort der Abfahrt, entgegen. Auffallend war hier, wie auch in vielen anderen Dörfern unserer bisherigen Tour, die häufigen Schilder „a vendre“ – „zu verkaufen“. Schade, einige der Ortschaften wirkten geradezu verlassen.

P1040939 P1040942

Ohne grosses Zwischengeplänkel ging es nur 2 Kilometer nach der Talsohle gleich in den nächsten Col, den Col de Parquetout. War unser erster Pass noch gutmütig, zeigte dieser nicht so bekannte Pass nun gleich zu Beginn, was Sache ist: Mit Rampen bis zu 14% und einer fast 2-stelligen Durchschnittssteigung über 7 Kilometer blieben keine Wünsche offen, jeder konnte sich am Limit austoben. Ein echter Geheimtipp also. Doch wirklich einschüchtern ließen wir uns auch von diesem Pass nicht, im Wiegetritt und mit starken Beinen kamen alle gut oben an!

Nun stieg auch Annette, die sich bis dahin die Sache aus Supporter-Perspektive aus dem Auto angeschaut hatte, aufs Rad, und so machte sich das gesamte Peloton auf in Richtung Abfahrt, in Richtung Süden. Mit jedem Meter Abfahrt verließen wir so die Hochalpen, der mediterrane Touch der Landschaft wurde immer greifbarer, und das bei bestem Wetter – wunderschön.

P1040950

So, nun war die Hauptarbeit getan. Jetzt wartete noch ein besonderes Schmankerl auf uns: 30 Kilometer auf der N85, also einer Maximalvariante einer Landstraße mit entsprechendem Verkehr. Bis auf den ein oder anderen 40-Tonner ging das zum Glück ganz gut und unter Micha’s Einsatz im Wind an vorderster Position wurde Kilometer für Kilometer gefahren, bis nach Gap. Nun ja, fast bis Gap, den 10 Kilometer vor Gap wartete zu unserer Überraschung nochmals ein echter Pass – doch auch der wurde problemlos genommen.

P1080904

In Gap angekommen waren wir dann auch sofort am Hotel, nun ja, fast sofort, denn bei unserem heutigen Hotel handelte es sich um eine Bergankunft, also durch Gap durch, 200 hm hoch und dann endlich war sie da, die Flamme rouge, die letzten Meter – eine tolle Etappe ging zu Ende, zwar anstrengend, aber zu neunt und sehr schön. Nun warten die Seealpen, wir freuen uns!

 

Schreibe einen Kommentar