Etappe 2: Doussard – Saint Jean de Maurienne

31 Aug

Ein echter Härtetest oder nach einem siebenmaligen amerikanischen Tour Sieger, dessen Name unbekannter Weise hier nicht aufgeführt werden soll: „Der Madeleine ist einer der härtesten Pässe, die ich je gefahren bin“.
Wir schreiben den zweiten Tag der Alpentour 2015. Gut erholt von den Kilometern des ersten Tages und bestens gelaunt machte sich das Peloton am Montag auf einen echten Klassiker der Tour de France in den Savoyer Alpen zu erklimmen, den Col de la Madeleine. Dieser war bereits 25-mal im Programm der Tour gelistet und viele bekannte Fahrer konnten den „Madeleine“ als Etappenziel oder Bergankunft für sich entscheiden, so Santiago Botero (2005), Michael Boogerd (2004), Jan Ullrich (1998) und Richard Virenque (1995, 1996) um hier nur einige bekannte Größen aufzuzählen.

Aber soweit war es für uns ja noch lange nicht…
Das voll besetze Fahrerfeld startete mit 7 Fahrern und 2 Fahrerinnen gegen 9:30 Uhr Richtung Einroll-Hügel, dem Col de Tamié bzw. Collette de Tamié über 907 HM bei herausragendem Wetter. Die Sonne und der stahlblaue Himmel ohne eine Wolke verwöhnte das Feld. Nach einer tollen Abfahrt vom Tamié in den historischen Olympia-Ort Albertville (1992) wurde direkt Kurs auf den Col de la Madeleine genommen. Und die Anspannung der Fahrer wuchs deutlich, je näher wir uns dem Col näherten. Wie lange dauerst es noch? Wie lange ist die Strecke noch? Wann beginnt der Einstieg, wie groß bzw. hart sind die ersten Steigungen wirklich?
P1040844Dann fast exakt zur 12:00 Uhr Mittagszeit war es so weit. Bei knapp 30° machten sich 8 von 9 FahrerP1040859n daran die 28,3 KM lange Nord-Süd-Variante mit durchschnittlich (!) 5,4% Steigung von der P1040862Nordseite aus La Léchère nach La Chambre zu meistern. Es begann ein landschaftlich grandioser Anstieg, bei sommerlichen, sonnigen aber eben auch heißen Temperaturen. Ab ca. 1.250HM hatte man einen gigantischen Blick gen Nord-Osten auf den Mont Blanc, den höchsten Berg der Alpen. Allerdings fiel es wirklich schwer dieses einmalige Panorama zu genießen, da uns die anstrengenden Anstiege absolut alles abverlangten. Am Ende haben sich alle 8 Fahrer mit viel Wille, Einsatz (auch Dank der Helfer) und Ehrgeiz durchsetzen können. Fantastique – ganz großes Radsport-Kino!
Die rasante Abfahrt nach La Chambre wurde noch durch einen kleinen Zwischenfall überschattet, da wir bedingt durch die Kombination aus hohen Temperaturen, stetigem Bremsen und französischem Rollsplit einen Reifenplatzer eines Hinterrades überstehen mussten, aber auch hier hatten wir Glück im Unglück, da dem Fahrer nichts passiert ist und auch durch den unermüdlichen Einsatz unserer drei Begleitfahrzeuge den Ort des Fauxpas schnell wieder räumen konnten.

Am Ende des Tages kam dann schlussendlich ein leicht dezimiertes Peloton bestehend aus 6 Fahrer gegen 18 Uhr sehr erschöpft, aber gleichzeitig glücklich und stolz über die Tages-Leistung von 105 KM und 2.896 Höhemeter am Zielort in Saint Jean de Maurienne an. Hier ging es nun darum, schnellstmöglich einen fähigen Pasta-Koch ausfindig zu machen, um die Energietanks wieder zu füllen, denn Morgen erwartet die Hungerästler mit dem Col de la croix de fer mit 2.064 Höhenmeter nicht nur ein weiterer Klassiker der Tour de France, sondern auch das „Dach“ der Hungerast Alpentour 2015.

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