Etappe 6

10 Aug

Faedo – Ponte Caffaro

Cross-Tour um den Lago di Garda

Der Tour-Tross startete nach reich- und salzhaltigem Frühstück bestens motiviert mit neuem Start-Rekord (vor 10h, Danke Macey!) bei bestem Wetter von der wunderschön gelegenen Unterkunft in Faedo. Beim Frühstück wurde auch bekannt gegeben, dass die 6. Etappe geringfügig geändert wird um einige verkehrsreiche Passagen zu umfahren. Getreu der alten Regel wurden es dadurch natürlich auch mehr Höhenmeter. Dafür gab es aber eine Verkürzung in der Länge (um immerhin 5km). So weit der Plan.

Die erste Abfahrt von Faedo bot gleich traumhafte Ausblicke in die Weingegend nördlich von Trient. Die Durchquerung des Tals ging dann auch recht zügig von statten und wir starteten bald in den ersten Anstieg zum Sella die Andalo. Dachten wir zumindest… Dem war aber nicht so und so wurde Tross und Peloton von der Tourleitung zurück gepfiffen und zum richtigen Anstieg geführt. Dieser hatte eine reicht eigenwillige Charakteristik und wurde zum Gipfel hin immer flacher und fiel bis zum Sella dann sogar noch etwas ab. Deshalb war es wichtig das richtige Grupetto zu finden um in den Flachstücken nicht zu verhungern. Außerdem sorgten Attraktionen am Streckenrand wie eine Burg mit Bogenschießanlage, das Museum des Bären Bruno und diverse Dorffeierlichkeiten (es war ja Sonntag) den Anstieg. Nach der Abfahrt stand der kleine Zusatzpass auf dem Programm, der absolut nicht unnütz war, sondern durch verkehrsarme Straßen und noch mehr schöne Blicke belohnte. Er forderte aber zur Abwechslung mal weniger durch hohe Steigungsprozente, sondern durch rauen Belag und satten Gegenwind. Teamwork war wieder angesagt.

Dann ging es ab zum Gardasee nach Riva del Garda und es wurde klar, dass die Kombination aus Sonntag, Sommer und August zu einer angespannten Verkehrslage führt. Um zum Zielort Ponte Caffaro zu gelangen musste nun nur noch ein kleinerer Pass überwunden werden. Um die Passstraße zu erreichen gab es zwei Alternativen. A) Eine Umgehungsstraße mit kurzer Schotterpassage. B) Ein über 3km langer, für Radfahrer gesperrter und viel befahrener Tunnel. Wir entschieden uns für A. Die ersten Meter waren noch fahrbar, doch schon bald war zum ersten Mal Schieben der Räder bei traumhafter Aussicht direkt über den Gardasee angesagt. Mit unseren Rennrändern war der Weg nicht mehr wirklich befahrbar und die Tour wurde zur Crosstour. Nach ein paar hundert Metern und den verwunderten Blicken und Kommentaren, der an uns vorbei ins Tal schießenden Mountainbikern, gaben wir nach mittellanger Diskussion auf und entschieden uns dafür unsere Begleitfahrzeuge um Hilfe zu rufen. In rekordverdächtiger Zeit wurden alle 10 Räder und Fahrer verladen und sicher auf die andere Seite der Tunnels gebracht (ein weiteres dickes Danke an unsere Begleiter!). Getrauert wurde nach dieser Aktion nur um die ca. 400 Höhenmeter, die bei dieser Aktion auf der Strecke blieben. Doch der letzte Pass hatte auch so noch einiges zu bieten, die Freude wurde nur etwas durch das immer noch hohe Verkehrsaufkommen getrübt, das aber mit zunehmender Höhe mehr und mehr nachließ.
Nach der letzten Abfahrt war es dann nicht mehr weit bis Ponte Caffaro. Stefan war so nett schon mal etwas vorab nach dem Hotel zu kundschaften und so trafen wir gegen halb sechs bei Al Pescatore am Lago d’ Idro ein. Einige nutzen die Zeit bis zum fischigen Abendessen noch für eine Runde um oder im See oder entspannten sich einfach auf der schönen Hotelwiese am See. Nach dem Abendessen war es endlich soweit und Margits 5l-Wein-Amphore wurde auf eben jener Wiese in gemeinsamer Runde erstmalig angezapft. Ein runder Abschluss für einen weiteren sehr gelungenen Tag.

Schreibe einen Kommentar