Etappe 5

8 Aug

Nova Levante – Faedo

Faedo auf Umwegen oder „der unnütze Pass“

Frisch erholt vom Ruhetag trafen wir uns wie üblich um 8:00 Uhr morgens zum Frühstück. Nachdem eine Abstimmung über die heutige Route am Vorabend eine Puttsituation hervorgebracht hatte und Matze einen Teil der LG Hungerast inklusive meiner Wenigkeit von den Vorzügen des Nigerpasses und der malerischen Landschaft des Rosengartens überzeugt hatte, brachen wir guter Dinge vom Gasthof Maierei am Karersee auf. Das Wetter meinte es endlich wieder gut mit uns, was die Stimmung in der Gruppe erheblich steigerte und die Ungewissheit über bevorstehende Zusatzpässe und höllische Abfahrten vergessen machte. Der Rest der mittlerweile schwer in Form gekommenen Truppe sollte später den geplanten Weg Richtung Faedo antreten. Eine Vereinigung der Ausreiser und des großen Peletons war am Fuße des Passo Lavazè geplant.

Micha war zu Beginn der Etappe kaum zu bremsen und die Gruppe war sofort gesprengt. Wir legten uns heftig ins Zeug und holten den Rückstand rechtzeitig zum Passschild des Nigerpasses wieder auf. Also schnell noch das obligatorische – diesmal per Selbstauslöser- Passschildphoto schießen und ab gings auf die rasante Abfahrt, in der bis zu 20% Gefälle bewältigt werden mussten. Das Tal hinab Richtung Bozen bot sich uns ein atemberaubender Anblick. Schnee bedeckte Gipfel in der Ferne, kleine idyllische Bergdörfer und ein strahlend blauer Himmel sind nur Beispiele zahlreicher Impressionen einer viel zu schnell endenden Talfahrt. Ein Zusatzanstieg oder einfacher der „unnütze Pass“, dessen Name uns allen unbekannt ist, sollte uns nach ungefähr 1000 hm zurück ins benachbarte Tal an den Fuß des Passo Lavazè bringen, wo wir den Rest der Gruppe trafen. Nach einer Stärkung an den wie immer super organisierten Begleitwagen (an dieser Stelle nochmal vielen Dank an Renate, die uns leider am Morgen verlassen musste und herzlich Willkommen im Rennzirkus an Johannes und Rebecca, die den Sharan ab sofort sicher über die Passstraßen Italiens navigieren), nahmen wir geschlossen den letzen „richtigen“ Pass des Tages in Angriff. Nicht zu vergessen und besonders zu betonen ist die Tachodifferenz der beiden Gruppen. Während bei uns schon 50 gefahrene Tageskilometer auf der Anzeige leuchteten, hatte der Rest nicht einmal 10 läppische Abfahrtskilometer vorzuweisen.

Nach über 12km mit teils heftiger Steigung passierten wir die Passhöhe. Nach dem Passschild Schnappschuss inklusive Kuh folgte ein unvergesslich schöner Teil der Transalp 2010. Eine schnelle Abfahrt brachte uns ins Val die Fiemme, welches noch ungefähr 40km bis zur Etappenankunft Faedo durchfahren werden musste, wobei von müssen hier keine Rede seien kann. Beflügelt vom unbeschreiblich schönen Alpenpanorama und einer leicht abfallenden Straße hielten wir das Tempo im Feld hoch und sollten am Ende unsere Begleitwagen, welche zugegebenermaßen von einer Hochzeitsgesellschaft im Dorfzentrum Faedos aufgehalten wurden, um Längen schlagen. Der Schlussanstieg zu unserer Unterkunft Monreal war allerdings recht steil und die knapp 130 gefahrenen Kilometer machten sich bei allen bemerkbar. Dafür gab es am Zielort eine Überraschung in Form eines Eises, was die vorangegangenen Strapazen vergessen ließ und die Fürsorglichkeit unseres Betreuerstabes einmal mehr verdeutlicht. Wie gewohnt rundete das gemeinsame Abendessen einen weiteren unvergesslichen Tag unserer Rundfahrt angemessen ab.

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