Etappe 3

4 Aug

Santo Stefano die Cadore – Malga Ciapela

Am Dach der Tour

Es läuft! Die heutige 3. Etappe von Santo Stefano bis Caprile war von Anfang bis (fast) Ende wieder wirklich genial! Wie bereits in den letzten Tagen ließ der 1. Pass nicht lange auf sich warten, bereits nach 4 Kilometern ging es bergauf, zunächst auf den Passo San Antonio – locker! Ja, mittlerweile merkt an schon, dass uns die Pässe der letzten Tage härter, grösser und schneller gemacht haben – nach nicht einmal 50 Minuten war das komplette Peloton auf der Passhöhe zum Foto versammelt, umrandet von einer gigantischen Kulisse der östlichen Dolomiten und bei bestem Wetter.

Ausgehend von diesem ersten Höhepunkt bewegten wir uns immer weiter richtung „Herz“ der Dolomiten, als nächstes Stand der Passo Tre Croci auf dem Plan. Um dorthin zu kommen, ging es erstmal für 15 Kilometer im Tal hinauf, wo Micha und Eisi erfahren durften, was es heisst am „langen Arm zu verhungern“ – ihr Ausreissversuch blieb ohne Erfolg, das Peloton schluckte die beiden noch bevor es richtig zur Sache ging. Beeindruckend ist es dabei schon immer wieder, wenn man diese Täler hinauf fährt und die Berge herum immer höher werden, und einem klar wird, dass man irgendwo ganz hinten dann doch irgendwie über einen dieser Berge muss. Im Fall von Tre Croci hat es sich sehr gelohnt, der Pass war unten hart, oben flach und die Aussicht wiederum bombastisch – man könnte zumindest die letzten Worte sinnbildlich für alle der heutigen Pässe verwenden! Der letzte Pass, Passo di Giau, ragt dann aber doch etwas heraus: Er ist mit 2236m das Dach unserer Tour, gleichzeitig der erste über der Baumgrenze und ein sehr sehr schöner noch dazu. Es ging also direkt von der Abfahrt vom Tre Croci wieder 15 km und 1000 hm hinauf, wobei die Durchschnittssteigung von 9 Prozent recht moderat war. Geiler Pass! Auch hier kämpften sich wieder alle tapfer hoch und zur Belohnung gab es am Pass eine Einlage im Dosenstechen von Margit – unsere besten, die Begleitdamen, machen die Stimmung eben noch besser!

Geplant war dann eine Abfahrt in den Zielort Caprile… ja, gut, es hat sich dann alles etwas anders ergeben: Zunächst haben wir die Abzweigung nach Caprile verpasst, so dass wir einen weiteren Pass fahren durften. Unschön. Dieser Pass hat uns aber einen wunderbaren Blick auf das Tal mit Caprile eröffnet. Sehr schön. Auch konnten wir von dort sehen, wie sich ein Tal nach hinten oben schlängelt, wo unser heutiges Hotel liegt. Auch schön. Nur war das Tal weit und ging recht hoch. Schön? – Ansichtssache. Dieser Eindruck bestätigte sich dann auch, als wir von Caprile aus das Tal dann hinauf fuhren und feststellen mussten, dass wir sogar noch weiter und höher fahren mussten, als wir je gedacht haben. Das fanden die meisten dann doch sehr unschön, es waren immerhin 8 km und 500(!!) hm. Versöhnlich war jedoch die ruhige, einsame Lage…und natürlich das Essen: Es war das erste Restaurant, wo der Koch nicht das eine ODER andere Gericht kochte, sondern einfach alle Gerichte der Reihenfolge nach in grossen Schüsseln auf den Tisch stellte. Ein perfekter Tag mit 107 km, 3200 hm und viel Sonne!

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