Etappe 5

30 Aug

Arreau РSt. B̩at

Tour en bloc:
Nach dem Ruhetag hatten viele im Feld neue Kräfte gesammelt, so dass es schon vor der üblichen 1-Kilometer-Nicht-Angriffszone zu ersten Ausreißversuchen kam. Noch in Arreau konnte eine Dreiergruppe mit Stephan, Matze und Tobi sich durch eine Gassenabkürzung vor das Feld legen. Doch die Fahrt blieb unruhig und es kam bis zum eigentlichen Passanstieg noch zu verschiedenen Positionswechseln. Die Wertung für den kämpferischsten Fahrer ist Micha nach einem erneuten Ausreißversuch nicht mehr zu nehmen. Die Sprintpunkte im Tal der Louron holte sich dagegen ungefährdet Daniel.

Ansonsten rollte das Feld im leichten Anstieg auf die erste Prüfung des Tages zu und Stephan wurde von seinen Teamkollegen mit hohem Tempo in den Berg gefahren. Von 750m am Startort ging es hinauf bis auf knapp 1600m. Der Peyresourde zählt zu den meistbefahrenen Pässen der Pyrenäen auf der Tour de France. Da heute die Sonne vom Himmel lachte, verging den Fahrern dasselbe mit zunehmender Hitze. Trotzdem erreichten alle recht flott den Passübergang, das gelbe Trikot blieb ungefährdet.

   

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In der 20km langen Abfahrt nach Louchon fuhren alle in einen richtigen Hitzekessel. Die kurze Durchfahrt durch den in einem Talende gelegenen Urlaubsort war unkompliziert, das Feld war mittlerweile wieder geschlossen. Kurz darauf ging es aber wieder bergan, und der Einstieg in die Straße zum Portillon war bereits knackig. Der Pass erwies sich als durchaus anspruchsvoll, mit einigen steilen Rampen. Die Hitze tat ihr Übriges. Trotzdem konnten zwei französische Cracks von der Hälfte der Mannschaft eingesammelt werden. Der Portillon auf 1300m stellt auch die Grenze zu Spanien da. Nach einer erneut rasanten Abfahrt sammelte sich das Feld im spanischen Bossost, um im Tal der Garonne auf leicht abfallendem Gelände im belgischen Kreisel Tempo zu machen. Mit 50 Sachen ging es über die ehemaligen Grenzposten zurück auf französisches Gebiet, und damit dem Etappenziel entgegen. Nach ca. 3h Fahrzeit war diese kurze Etappe früh zu Ende.

  

Tour drumherum:
Zu erwähnen an diesem Tag war die Fahrt durch das wunderbare Vallée de Louron, bevor es auf den Peyresourde ging. An dessen Gegenhang ist es den Franzosen erneut gelungen ein wunderbares Skigebiet in die Landschaft zu klotzen. Auf dem Pass kann man sich übrigens günstig frischen Crepes hingeben.
Umso beschaulicher ging es auf dem spanischen Grenzpass zu, auf dem noch nicht mal ein ordentliches Passschild stand. Zu loben waren allerdings die Straßen, die an diesem Tag nahezu durchgehend im besten Zustand waren.

Das Feld wurde wie die Tage zuvor auf der Strecke bestens von Margit, Renate und Horst versorgt. In diesem Punkt sind wir wirklich schon Tour-reif. Man kann die Bereitschaft uns Verrückte zu begleiten gar nicht oft genug hervorheben.

Zum Schluss des Tages darf noch ein kleiner Vermerk zur heutigen Unterkunft erlaubt sein. Nicht, dass diejenigen, die gebucht hatten, fast vergessen hätten wie die nette Unterkunft heißt und wo sie liegt. Das konnte noch geklärt werden. Aber das doch sehr einsam gelegene Ensemble netter Bungalows mit dem Charme ostdeutscher Jugenderholungsheime kann nicht zur wochenlangen Erholung weiterempfohlen werden.
Der Abend klang lauschig an einem Badesee mit Bar aus. Aber im Kopf kreise schon die morgige Königsetappe mit 3.900 Höhenmetern und 125 km.

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